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Neue Struktur der EN 50600 erleichtert
die Planung sicherer Data Center


Die Zertifizierungsreife der europäischen Standardreihe für Rechenzentren
wird mit Anfang 2017 erwartet.

 

CIS-Newsletter Juni 2016 - Die wesentlichen Teile des europäische Standard EN 50600, als Grundlage für die Zertifizierung von Rechenzentren, sollen bis Jahresende vollständig publiziert sein. Nach einer Strukturerweiterung Ende 2015, mit der Bildung von mehreren Gruppen für die Normenteile, nimmt die Entwicklung des Standards angesichts des hoch komplexen Themas mehr Zeit in Anspruch 03_Peter_Woergoetterals ursprünglich erwartet. „Da so viele Disziplinen beteiligt sind wie IT-Verkabelung, Klimatechnik, Elektrotechnik oder Gebäudekonstruktion, ist die Entwicklung des europäischen Data Center Standards in Anlehnung an sein amerikanisches Vorbild ANSI/TIA 942 besonders aufwendig“, berichtet CIS-Auditor Peter Wörgötter, der im nationalen Normungsgremium in Österreich an der Gestaltung beteiligt ist. Vor kurzem wurde der letzte Teil aus der Gruppe „Design“ der Normen-Reihe für Rechenzentren auf europäischer Ebene veröffentlicht: „EN 50600-2-5 Security Systems“ soll im Herbst 2016 auch als ÖNORM und DIN in deutscher Sprache verfügbar sein.

 

ITIL-Prozesse um RZ-Spezifika erweitert
Bis zur Zertifizierbarkeit der Standardreihe fehlt dann nur mehr der im Draft-Stadium befindliche Teil für den sicheren Rechenzentrumsbetrieb „EN 50600-3-1 Management and Operational Information“ (aus der Gruppe „Operations“), der ebenfalls bis Jahresende zu erwarten ist. Er wird in Anlehnung an die Prozesse gemäß ITIL und ISO 20000 einen Satz von Betriebs- und Management-Prozessen beschreiben. So behandelt der vorliegende Entwurf unter dem Oberbegriff „Operational Processes“ die Prozesse Operations, Incident, Change, Configuration und Capacity Management und ergänzt die IT-Aspekte aus ITIL und ISO 20000 um weitere relevante RZ-Aspekte wie Haus- und Gebäudetechnik, Energieversorgung bauliche Maßnahmen u.a.. Unter dem Oberbegriff „Management Processes“ werden im Entwurf Prozesse wie Availability, Security, Energy, Product Life Cycle oder Service Level Management zusammengefasst. Ebenfalls in Entwicklung aber nicht notwendig für eine Zertifizierung ist der erste Teil des KPI-Bereichs „EN 50600-4-x Key Performance Indicators“, welcher zentrale Kennzahlen für den sicheren und wirtschaftlichen Rechenzentrumsbetrieb definiert, wie zum Beispiel PUE – Power Usage Effectiveness.

 

Design - Operations - KPI
„Die neue Strukturierung des Standards in die drei Hauptbereiche Design, Operations und KPI ermöglicht die Anwendung der EN 50600 bereits in der Planungsphase neuer Rechenzentren. Die Zielgruppe für „Design“ sind hierbei vor allem Planer, Berater, Architekten etc. Der Bereich „Operations“ adressiert den sicheren RZ-Betrieb mit Unterstützung der nachgelagerten „KPI“. Sinnvoll ergänzt wird die Standardreihe von der technischen Richtlinie CLC/TR 50600-99-1, die einen Leitfaden für Energiemanagement darstellt und aus dem European Code of Conduct for Energy Management entwickelt wurde. Peter Wörgötter erklärt: „Die meisten Inhalte aus der technischen Richtlinie sind den Unternehmen bereits bekannt und wurden großteils vor einigen Jahren während des Hypes um Green Data Centres in vielen Rechenzentren umgesetzt. Dennoch sind diese Inhalte im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung wichtig und hilfreich.“

 

EN 50600 Normenreihe - Struktur

 

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